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Eine Pressereise nach Logroño in La Rioja

Anfang November hatte ich die fabelhafte Möglichkeit, erneut eine Reise mit dem Consorcio del Chorizo Español nach Spanien zu unternehmen. Vergangenes Jahr nahm ich ja bereits an der Pressereise nach Cataluña zur Fabrikation von Noël teil. Den Bericht könnt ihr hier nachlesen: Chorizo-Reise. Dieses Jahr fuhren wir zum Firmensitz des einhundert Jahre alten Familienunternehmens Martínez Somalo. Was ich unterwegs erlebt habe, könnt ihr jetzt in diesem Bericht nachlesen.

Meine Reise startet am Düsseldorfer Flughafen. Von dort aus fliege ich nach Madrid, wo Alejandro und Ignacio vom Consorcio del Chorizo Español bereits auf mich warten. Nach und nach trudeln auch die anderen Blogger aus Frankreich und Großbritannien ein. Mit dem Schnellzug reisen wir in mehreren Stunden nach Nordspanien. Am Abend erreichen wir endlich Logroño, die Hauptstadt der spanischen Provinz La Rioja und der Autonomen Gemeinschaft La Rioja.

Wir checken erst einmal in unserem Hotel Ciudad de Logroño ein. Kurze Zeit später gehen wir zu Fuß in Richtung Calle de Laurel. Hier in dieser kleinen Gasse, keine vier Meter breit, pulsiert das Nachtleben. Zu beiden Seiten befinden sich in jedem einzelnen Haus Lokale. Obwohl es Anfang November bereits recht kühl ist, feiern die Menschen in warmer Kleidung auf der Strasse. Wir besuchen die Weinbar La Tavina, wo wir einen beschwingten Abend mit leckeren Tapas und passenden Rioja-Weinen verbringen. Sehr spät fallen wir todmüde in unsere Betten.

Was ist eigentlich spanische Chorizo?

Bei Chorizo handelt es sich um die wohl beliebteste Wurst in Spanien. Diese rote Rohwurst besteht aus nur vier verschiedenen Zutaten, nämlich Schweinefleisch von Bauch und Schulter, Knoblauch, Paprika de la Vera und Salz. Bei der Herstellung wird das Fleisch zerkleinert. gewürzt und in Naturdarm abgefüllt. Kühl und trocken reift sie dann nach, oft wird sie auch mit Eichenholz geräuchert. Durch die besondere Art der Reifung wird die Wurst schnittfest, aromatisch und haltbar gemacht.

Chorizo Sarta, Vela, Achorizado und Iberico

Verschiedene Arten Chorizo tragen auch verschiedene Namen. Besonders beliebt in Deutschland ist die hufeisenförmige Chorizo Sarta. Sie ist mit einer Schnur zum Aufhängen abgebunden, deren Farbe Auskunft über den Schärfegrad gibt. Die Chorizo Vela wiederum hat die Form einer Kerze. Eine weitere Variante ist die frische Chorizo Achorizado, die zum Kochen verwendet wird. Die Iberico-Variante besteht im Fleischanteil zu 100% aus Capa Blanca oder Iberico-Schwein. Chorizo kann für einige Sorten auch mit anderen Zutaten wie Wein oder speziellen Gewürzen verfeinert werden.

Chorizo ist also weit mehr als nur ein Brotbelag. In der spanischen Küche existieren unzählige Rezepte zum Kochen und Backen. In La Rioja gibt es außerdem bei Speisen oft den Zusatz „A la Riojana“. Dies bedeutet, dass das Gericht mit Chorizo zubereitet wird. Auch ich habe bereits zwei Rezepte für das Consorcio del Chorizo Español entwickelt. Chorizo-Maultaschen-Auflauf und Chorizo-Brot.

Besichtigung der Produktion von Martínez Somalo

Nach einer zu kurzen Nacht und einem leckeren Frühstück geht unsere Reise nach Baños de Río Tobía zu einem der Partnerbetriebe des Consorcio de Chorizo Español. Dieser freiwillige Zusammenschluss von knapp 20 Fleisch-und wursterzeugenden Betrieben verfolgt das Ziel höchste Qualität zu produzieren und anschließend gemeinsam zu vermarkten. Jährliche Audits überprüfen die strengen Richtlinien der Herkunft der Zutaten, des Tierwohls und der Herstellungsweise. Alle Inhaltsstoffe für die Produktion der Chorizo kommen aus Spanien. Ein Gütesiegel auf den Produkten gewährleistet, dass es sich um traditionelle, spanische Produkte handelt.

Eine Führung durch die Produktion von Martínez Somalo

Zuerst hatten wir die Gelegenheit, den moderneren Teil des Unternehmens zu besichtigen, in dem die Schinken hergestellt werden. Martínez Somalo produziert 60% Chorizo und 40% Jamón, die jeweils 50% der Umsätze bringen. Die Schinken werden in Salz gelagert. Dazu bedient man sich der Formel: Gewicht in Kilo= Lagerungszeit im Salz -1 Tag. Das bedeutet, dass ein Schinken mit einem Gewicht von 10 Kg für 9 Tage im Salz liegen bleibt. Bei 6°C reifen die Schinken für die ersten 90 Tage, manche Schinken reifen dort aber auch bis zu drei Jahren.

Bei der Chorizo-Produktion, die ich ja oben bereits kompakt zusammengefasst habe, wird die gewolfte Wurstmasse gewürzt und erst einmal 24h stehen gelassen, damit ein Mazerationsprozess stattfinden kann. Nach der Abfüllung in Naturdarm ist der anschließende Reifungsprozess von den Schlüsselfaktoren Temperatur und Luftfeuchtigkeit geprägt.

Früher wurden händisch die Fensterläden der Reifungskammern je nach Wetter geöffnet und geschlossen, um die bestmöglichen Umgebungsfaktoren zu schaffen. Heute übernimmt das die entsprechende Klimatechnik der Reifekammern. Sehr wichtig ist ebenfalls die konsequente Überprüfung des pH-Wertes in der Chorizo. Ist er zu niedrig, schmeckt die Chorizo sauer, ist er zu hoch werden die Pökelprozesse erschwert.

Mit Elena unterwegs auf den Spuren ihrer Vorfahren

Nach der Führung durch die Produktion treffen wir Elena Martínez Somalo, die CEO von Martínez Somalo. Selten bin ich einem so herzlichen Menschen begegnet. Sie zeigt uns noch etwas ganz Besonderes: Die hundert Jahre alten Reifekammern, die während einer Renovierung im Originalzustand entdeckt wurden. Dieser Teil hat musealen Charakter und wir staunen über enge alte Treppen, wo die Choriceros früher mit Körben auf der Schulter auf- und absteigen mussten. Elenas Ur-Ur-Großvater liess 1921 die Marke La Gloria Riojana eintragen, Spaniens älteste Wurstwaren-und Schinkenmarke.

Danach hat Elenas Mama für uns alle Mittagessen gekocht. Zuerst gibt es einen herzhaften Chorizo-Eintopf mit Kartoffeln und danach Schweinebäckchen, die sich großer Beliebtheit in der Region erfreuen. Dazu trinken wir natürlich wieder leckere Riojaweine.

Zu Besuch bei der Bodega Carlos Sancha

Bodega Juan Carlos Sancha

Ohne Pause geht es weiter zu einem Weingut in der Nähe. Wir besuchen Prof. Juan Carlos Sancha und verkosten auf die Schnelle fünf seiner hochwertigen Weine. Er ist Dozent an der Universität von La Rioja und im Weinausbau durchaus experimentierfreudig. So hat er einen Wein z. B. komplett in einem Granitfass ausgebaut, dass er extra hat anfertigen lassen. Den Unterschied zum gleichen, auf konventionelle Art ausgebauten Wein, hat er uns schmecken lassen. Das war sehr anschaulich!

Bodega Juan Carlos Sancha‘s Spanish Mastiff

Mit einem Spaziergang durch die wunderbare Umgebung, vorbei an den Weinreben, entschleunigen wir uns etwas und lassen den Tag auf uns wirken. Leider haben uns die beiden wunderschönen Spanischen Mastiffs von Prof. Sancha nicht dabei begleitet. Sanfte Riesen beim Freund, furchtlose Verteidiger beim Feind.

Abschluss im Restaurant La Brasa de la Laurel

Im Anschluss fahren wir zurück zum Hotel und haben vor dem Abendessen noch etwas Zeit zum frischmachen. Diesmal besuchen wir das beliebte Restaurant „La Brasa de la Laurel“, wo wir bei wunderbaren Tapas und Wein unsere gemeinsame Reise ausklingen lassen. Am nächsten Tag fahren wir zurück nach Madrid. Hier trennen sich unsere Wege und jeder fährt wieder zurück in seine Nation.

Mit mir unterwegs waren Dominik und May aus England, sowie Stéphanie & Magali aus Frankreich. Ich bedanke mich recht herzlich beim Consorcio de Chorizo Español und den teilnehmenden Betrieben für die Einladung zu dieser aufregenden Reise in den schönen Norden Spaniens.

Wenn euch der Bericht gefallen hat, folgt mir doch gerne und lasst ein Like oder einen Kommentar als Feedback da. Leckere Rezepte findet ihr auf der Startseite im Verzeichnis Lindenthalerin. Zubehör für den Thermomix findet ihr hier *Thermomix-Zubehör

Danke, dass ihr vorbeigeschaut habt und bis zum nächsten Mal,

Eure Lindenthalerin💕👩🏼‍🍳

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