Crème Brûlée á l’Orange mit Tonkabohne

Das Jahr neigt sich mit schnellen Schritten dem Ende zu. Es ist viel passiert in 2017. Am 9. Januar habe ich mein erstes Rezept eingestellt und wusste nicht, ob das irgendwen interessiert und sich jemand auf meinen Blog “verirren” würde. Jetzt, knapp 12 Monate später sind es über 105.000 Besucher gewesen. Damit hätte ich nie gerechnet und bin überwältigt. Vielen lieben Dank an alle Besucher und Abonnenten für eure Treue, euer Feedback und die vielen lieben Kommentare. Es inspiriert mich, dass mittlerweile so viele meine Rezepte nachkochen und ihnen gefällt was ich mache. Mein letzter Blogpost für dieses Jahr ist deshalb mein absolutes Lieblingsdessert, die Crème Brûlée und zwar in einer schönen samtigen Variation mit Orangenschale und geriebener Tonkabohne. Das Gute an der Crème Brûlée ist, dass man das Dessert schon 1 Tag vorher zubereiten kann und dann kurz vor dem Servieren nur noch karamellisieren muss. Mit einem handelsüblichen Flambierbrenner geht das ganz fix und es sind immer alle begeistert, wenn der Dessertlöffel krachend durch den karamellisierten Zucker geht. Das wäre vielleicht auch noch ein passender Silvester- Nachtisch, oder?

Ihr benötigt:

-Tiefes Backblech

-Flache, feuerfeste Dessertschalen (Creme Brûlée-Schalen ca. 10cm Durchmesser)

-Flambierbrenner

Zutaten für 4 Personen:

5 Eigelb Klasse M

400 ml Schlagsahne Vollfettgehalt (min. 32% Fett)

140 ml Vollmich (3.5% Fett)

85g Rohrohrzucker

1 Messerspitze geriebene Tonkabohne

Abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange

Weißer Feinzucker zum karamellisieren

Zubereitung:

Eigelb, Sahne und Milch miteinander vermischen.

Thermomix: in den Mixtopf geben und 15 sec. / Stufe 5

Zucker, geriebene Tonkabohne, Orangenabrieb hinzugeben und gut vermischen

Thermomix: 10 sec. / Stufe 4

Die Mischung eine halbe Stunde stehen lassen, in der Zwischenzeit:

Den Backofen vorheizen auf 150° Ober-/Unterhitze

Die Mischung noch einmal gut umrühren (nicht aufschlagen!) und in die flachen Schalen füllen.

Die Schalen in das tiefe Backblech (Fettpfanne) stellen und das Backblech mit kochendem Wasser bis knapp unter den  Rand der Schälchen befüllen. Um Verletzungen zu vermeiden, befüllt ihr das Backblech bitte erst im Ofen, sorgt aber dafür, dass das Wasser bereits kocht, bevor ihr das Blech reinschiebt.

55 min auf Max 150° C im Backofen stocken lassen

Formen herausnehmen, Oberfläche kann leicht blasig sein, das macht aber nichts, da ja noch karamellisiert wird. Die Formen auskühlen lassen und dann für mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Kurz vor dem Servieren pro Schälchen ca. 1 – 2 Esslöffel weißen Feinzucker auf der Crème gleichmäßig verteilen und anschließend mit dem Flambierbrenner karamellisieren bis der Zucker geschmolzen und gut gebräunt ist.

Wie immer wünsche ich euch gutes Gelingen und einen umso besseren Appetit!

Eure Lindenthalerin👩🏼‍🍳

Dinkel-Vollwert-Wecken (ohne Gehzeit)

Also, ich weiß ja nicht, wie ihr so darüber denkt, aber ich war nie so der Fan von vollwertigen Brötchen. Meistens fand ich die viel zu gesund vom Geschmack und auch nicht so wirklich lecker. Am meisten hat mich aber gestört, dass sie oft so fest und trocken sind. Ich habe ein bißchen herumexperimentiert und überlegt, ob es vielleicht doch eine gesunde, leckere Version gibt und dabei ist dieses Rezept herausgekommen. Uns haben Sie sehr gut geschmeckt und deshalb möchte ich das Rezept, dass ihr ganz schnell zubereiten könnt, gerne mit euch teilen.

Ihr benötigt:

Wenn möglich ein Baguetteblech

1 Backpinsel

1 Blumenspritze mit Wasser

1 flache, ofenfeste Schale mit Wasser

Zutaten:

230g Dinkelmehl Typ 630

270g Dinkel-Vollkornmehl

1 Würfel Hefe (42g)

1 TL Honig

155 g lauwarmes Wasser

2 TL Salz

1 TL Backmalz

1 TL Balsamico-Essig

1 TL Olivenöl

170g Naturjoghurt

Etwas Milch oder Joghurt zum Bestreichen der Wecken.

Zubereitung:

Die Hefe mit dem Honig und Wasser auflösen und verrühren

Thermomix: 2 min / 37* / Stufe 2.5

Die restlichen Zutaten hinzugeben und solange mit der Hand oder Maschine kneten, bis ein relativ fester, elastischer, glatter Teig entstanden ist.

Thermomix: 5 min. / Teigstufe

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig eine Rolle formen und ca 8-10 gleichgroße Teile abstechen. Diese zu Kugeln formen und dann auf der Arbeitsplatte zu Brötchen „schleifen“, dabei liegt eure Hand wie auf einer Computermaus über dem Teigling. Alle 5 Finger liegen auf der Arbeitsplatte auf und verlieren diesen Kontakt nicht, wenn ihr jetzt kreisende Bewegungen auf der Arbeitsplatte macht. Stellt euch vor ihr fahrt die Kontur eines Kuchentellers mit der Hand nach. Dabei bewegt sich der Teigling in eurer gewölbten Hand und erhält so eine bessere Oberflächenspannung (ca. 10-15 Kreise pro Teigling.)

In diesem Video könnt ihr euch das noch einmal genauer anschauen, bevor ihr loslegt: https://lindenthalerin.com/2017/10/23/video-anleitung-zum-broetchen-schleifen-und-falten/

Jetzt pinselt ihr die Oberfläche der Teiglinge mit Milch oder Joghurt ein, legt die Brötchen auf das eingefettete Baguette-Blech und  schneidet sie ca. 1 cm tief längs ein.

Das Blech auf den Rost legen, in der mittleren Einschubhöhe positionieren und eine mit Wasser gefüllte, ofenfeste Schale auf den Boden stellen.

Im kalten Backofen 5 min gehen lassen.

Dann den Backofen auf 200* Ober-/Unterhitze stellen, (Brötchen bleiben drin) und in ca. 25 min goldgelb backen. Dabei alle 5 min mit der Blumenspritze besprühen. (Ich habe einen Backofen mit Dampffunktion und schalte auf mittlere Dampfstufe. dann braucht ihr natürlich die Auflaufform mit Wasser nicht!)

Bei mit werden die Brötchen außen richtig knusprig und innen fluffig. Ich hoffe, dass ist bei euren Öfen auch so. Ich wünsche euch ganz viel Erfolg beim nachbacken und freue mich über euer Feedback.

Viel Erfolg wünscht euch,

Eure Lindenthalerin👩🏼‍🍳

Schokoladen-Orangen-Brötchen

Ein wunderbares winterliches Frühstücks- oder Nachmittagsgebäck sind diese saftigen, leckeren Schokoladen-Orangen-Brötchen. Dunkler Kakao, abgeriebene Orangenschale und eine Prise Zimt verbreiten ein winterliches Aroma. Das Brötchen kann wie ein Weckchen pur genossen werden, schmeckt aber himmlisch mit gesalzener Butter, Frischkäse, Quark mit Orangenmarmelade oder auch Ziegenkäse. Findet es heraus und backt es ganz schnell nach.

Ihr benötigt: Ein mit Backpapier belegtes Backblech, Küchenmaschine, Backpinsel, kleines Schälchen

Zutaten für den Teig:

1/2 Würfel Hefe

220 ml Sprudel

50g Rohrohrzucker

1 TL Salz

420 g Dinkelmehl 630

40 g Kakao

60 ml Honig

50 g Butter

abgeriebene Schale einer Bio-Orange

1/2 TL Zimt

5 Tropfen Orangen-Aroma

Zum Bestreichen:

1 Eigelb

1 EL Schlagsahne

Zubereitung:

1 TL Zucker von den  50 g wegnehmen und zusammen mit dem Sprudel (Zimmertemperatur) und der Hefe  vermixen.

Thermomix: 2 Min./  37° / St. 2

Restliche Zutaten  zufügen und gründlich solange kneten bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist.

Thermomix: 3 min / Teigstufe

Den Teig in eine Schüssel umfüllen und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 h gehen lassen, bis sich das Volumen ungefähr verdoppelt hat.

Den Teig nochmals gut durchkneten, falls zu klebrig etwas Mehl einkneten.

Aus dem Teig ca. 15 kleine Brötchen schleifen. Dazu schaut ihr euch am Besten dieses Video an: https://lindenthalerin.com/2017/10/23/video-anleitung-zum-broetchen-schleifen-und-falten/

Die Brötchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und nochmals 30 min gehen lassen.

Den Backofen auf 190° Ober / Unterhitze vorheizen

Das Eigelb mit 1 EL Schlagsahne oder Kondensmilch verrühren und die Brötchen damit bestreichen.

Die Brötchen ca. 25 min im Backofen backen und nach dem abkühlen am Besten sofort genießen.

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und himmlischen Genuss beim nachbacken und verkosten,

eure Lindenthalerin👩🏼‍🍳

Vanillekipferl (Dinkelversion)

Vanillekipferl sind ein ganz traditionelles Weihnachtsgebäck. Ich persönlich mag an Weihnachten nicht ständig etwas Neues, sondern eigentlich immer das Gleiche. Deshalb sieht sowohl mein Adventskranz als auch mein Weihnachtsbaum in jedem Jahr gleich aus. Das liegt daran, dass ich Traditionen liebe. Nicht alle, aber die zur Weihnachtszeit. Dieses klassische Rezept gehört deshalb für mich alljährlich dazu und wir lieben es. Genau so und nicht anders. Weil es einfach ein Klassiker ist und keinerlei Veränderung bedarf. Wer also ein traditionelles Geschmackserlebnis sucht, ist bei diesem Rezept genau richtig.

Viel Erfolg beim Nachbacken wünscht euch eure Lindenthalerin 👩🏼‍🍳

Ihr benötigt:

-Klarsichtfolie

-Backmatte

-mit Backpapier belegte Backbleche

-eine flache, größere Schale für die Puderzucker-Mischung

Zutaten: Für den Teig:

-250g Dinkelmehl 630

-210g Butter, gewürfelt

-100g gemahlene Mandeln

-80g Zucker

-10g Vanillezucker

-Mark von 1 Vanilleschote

Zum wälzen:

-100g Puderzucker

-20g Vanillezucker

Zubereitung: Die Zutaten für den Teig in den Mixtopf geben und kurz verrühren.

Thermomix: 25sec / St. 4 Teig in Folie wickeln und für ca. 1h in den Kühlschrank geben.

Den Backofen auf ca. 170° Umluft vorheizen

Aus dem Teig portionsweise Rollen mit ca 3cm Durchmesser formen. Immer ca. 1cm abschneiden und davon Halbmonde formen und mit genügend Abstand auf das Backblech legen (werden breiter und größer)

Die Kipferl auf der 2. Schiene von unten ca. 10-15 min unter Sichtkontakt backen. Ich empfehle immer einen Probekeks zu backen um die Einstellungen des Ofens optimal anzupassen.

Die Kipferl ca. 5 min auf dem Blech abkühlen lassen. Nicht umsetzen, frisch gebacken brechen sie extrem leicht. Danach ganz vorsichtig in der Puder-Vanillezucker-Mischung von beiden Seiten wälzen und……genießen!

Die Menge ergibt ungefähr 3 Backbleche voll.

Kiwi-Marmelade mit Bourbon-Vanille

Einige von euch wissen ja bereits, dass ich zwei sehr alte Kiwipflanzen an unserem Haus stehen habe. Mittlerweile sind sie fast 30 Jahre alt. Wenn die Bienenpopulation mitspielt ernte ich so um die 150 Stück pro Jahr und das mitten in Köln. Ich lasse sie hängen bis kurz vor den ersten Frösten, ernte sie dann und lasse sie noch ca. 4 Wochen im kühlen Keller nachreifen, bevor sie zu Marmelade verarbeitet werden. Da der Geschmack von Kiwis eigentlich schon perfekt ist, mache ich nur noch etwas Bourbon- Vanille dazu. Eine sehr fruchtige, köstliche Marmelade, die man so nicht zu kaufen bekommt.

Ihr benötigt:

Ausgekochte Gläser in die ihr die Marmelade füllen könnt

Zutaten:

800g Kiwis

350g Gelierzucker 2:1

ausgekratztes Mark einer Bourbon-Vanilleschote

1 TL Vanillearoma

Zubereitung:

Die Kiwis schälen, das geht am besten mit einem Sparschäler. Anschließend halbieren, alle harten Teile entfernen und in den Mixtopf  geben

Thermomix: 15 sec./ Stufe 4  (je nach Reifegrad evtl. um 5 sec. verlängern).

Jetzt das Vanillemark, Vanillearoma und Gelierzucker zugeben

Thermomix: 15min / 100°/ St. 2 ohne MB  einkochen. Den Gareinsatz als Spritzschutz auf den Mixtopfdeckel stellen

Nach 15 min eine Gelierprobe machen und evtl die Garzeit nochmal um ein paar Minuten verlängern. Was ist eine Gelierprobe? Nach Ablauf der Kochzeit 1-2 TL der Marmelade auf einen kleinen, kalten Teller geben. Wird die Masse nach ungefähr 2 Minuten dicklich, reicht die Kochzeit, ansonsten die Kochzeit nochmal für ein paar Minuten verlängern.

Die Marmelade in die heiß ausgespülten Gläser füllen und sofort verschließen. Wie ihr Gläser und Deckel im TM vaporisiert, erfahrt ihr hier auf dieser Liste.

https://lindenthalerin.wordpress.com/tricks-und-tipps-fuer-thermomix/

Ich wünsche euch gutes Gelingen,

eure Lindenthalerin👩🏼‍🍳

Vanillemürbchen oder Plätzchenteig für Faule

EIn Teig, fünf verschiedene Sorten Plätzchen, geht das überhaupt? Ich bin der Meinung ja! Jedes Jahr in der Weihnachtszeit geht er von neuem los, der Konkurrenzkampf zwischen Müttern, Schwiegermüttern und -töchtern, Arbeitskollegen und Freunden. „Wie, du hast noch nicht gebacken? Ich hab schon 10 verschiedene Sorten“. Schluss damit, die Zeit ist für viele knapp, tausend geplante und vor allem ungeplante Dinge wollen vor Weihnachten noch erledigt werden und hier kommt die Lösung: Ein Ruckzuck-Plätzchenteig, der sich vielseitig zu den verschiedensten Sorten weiterverarbeiten lässt.

Ihr benötigt:

Mit Backpapier belegte Backbleche

Klarsichtfolie

Nudelholz

Ausstecher

Diverse kleine Gefrierbeutel (oder Plastikbrotbeutel) für die verschiedenen Güsse

1 Saftglas mit breiterer Öffnung ( da macht ihr den Beutel hinein, stülpt den Rand nach außen um und füllt den Guss) hinein. Danach zuknoten und kleine Spitze abschneiden für Spritzglasur.

Zutaten für den Teig:

250g weiche Butter

100g Puderzucker

1 Btl. Vanillezucker

260g gesiebtes Mehl

3 Beutel Puddingpulver Vanille

1 EL Milch

ausgekratztes Mark 1 Vanilleschote

Zubereitung:

Butter in Stücken in den Mixtopf geben, Puderzucker und Vanillezucker zufügen

Thermomix: 10 sec/ Stufe 4

Mehl, Puddingpulver,Milch, Vanilleschote zugeben

Thermomix: 20sec / Stufe 4

Teig in Klarsichtfolie wickeln und für 30 min in den Kühlschrank geben

Backofen auf 170° Ober- Unterhitze vorheizen

Eine Backmatte mit Klarsichtfolie belegen und die Enden der Klarsichtfolie unter der Matte einschlagen. Einen Teil des Teiges auf die Matte geben, den Rest zurück in den Kühlschrank geben. Auf den Teig ein weiteres Stück Klarsichtfolie geben (so lang wie die Matte) und den Teig jetzt ausrollen in gewünschter Dicke ca. 3-4 mm.

Je nach Geschmack ausstechen z.B kleine, runde Kekse für Doppeldecker, Sterne , ein paar große, die ihr besonders verzieren möchtet und ein paar runde Kugeln aus denen ihr Liebesaugen machen könnt.dazu die Kugeln etwas flachdrücken und mit dem Kochlöffelende eine Vertiefung g hineindrücken.

Die Förmchen immer wieder in Mehl tauchen, damit der Teig nicht darin kleben bleibt und den Teig nicht warm werden lassen.

Die Plätzchen unter Sichtkontakt ca 10-15min backen. Ich empfehle immer zuerst einen einzelnen Probekeks zu backen um die Temperatur für euren Ofen perfekt anzupassen, denn bei dem einen Ofen können es auch 160° oder 180° sein oder eben 10 oder 15 min.

Ihr erhaltet je nach Form eurer Ausstecher ca. 60-80 Kekse, die ihr abkühlen lasst und dann nach Lust und Laune weiterverarbeiten könnt. Bei den Keksen auf dem Foto wurde ein Teil mit Nutella gefüllt und danach mit Zartbitterguss und weißem Guss überzogen  und mit gehackten Pistazien bestreut. Die Sterne wurden mit Zartbitter-Schokolade gefüllt und mit weißer Schokolade überzogen  auf die Schneeflocken kam ein pinker Zitronenguss (mit etwas roter Lebensmittelfarbe, Zitronensaft und Puderzucker angerührt. Die Liebesaugen wurden mit einer Erdbeer-Secco-Marmelade gefüllt.

Wie ihr den Schokoladenguss herstellt, erfahrt ihr in der Liste „Tipps und Tricks für den Thermomix“ hier auf dem Blog.

https://lindenthalerin.wordpress.com/tricks-und-tipps-fuer-thermomix/

Viel Erfolg beim Nachbacken,

Eure Lindenthalerin 👩🏼‍🍳

Frankfurter Bethmännchen

Einige wissen ja bereits, dass ich aus Hessen komme aber bereits seit über 20 Jahren in Köln wohne. Jede Region hat ihr typischen Weihnachtsgebäck, etwas das unbedingt dazu gehört, sonst wäre es kein Weihnachten. Für die einen sind das die Nürnberger Lebkuchen oder die Aachener Printen , für mich sind es Frankfurter Bethmännchen. Um dieses köstliche Marzipangebäck ranken sich viele Legenden, Goethe soll sie geliebt haben,dabei kann es sich aber gar nicht um die Bethmännchen, sondern um eine frühere Frankfurter Spezialität die Frankfurter Brenten, ein Marzipangebäck, gehandelt haben. Nachweislich wurden die Bethmännchen von einem französischen Konditor, der im Hause der Bankiersfamilie Bethmann in Frankfurt anstellig war, im 19.Jahrhundert kreiert. Es handelt sich um ein Marzipangeback mit Rosenwasser, das ursprünglich mit 4 Mandelhäften belegt war, eine  als Symbol für jeden der vier Söhne des Bankiers. Nachdem einer der Söhne verstarb, wurden nur noch 3 Hälften angebracht.

Von mir bekommt ihr jetzt ein alltagstaugliches, sehr köstliches Rezept mit bereits fertigem Marzipan, da meiner Meinung nach heutzutage kaum jemand Zeit hat eigenes Marzipan herzustellen.

So jetzt hab ich euch, aber genug den Mund wäßrig gemacht. Hier kommt jetzt endlich das Rezept!

Ihr benötigt für etwa 30 Stück:

Für den Teig:

250g Marzipan

60g Puderzucker

1 Eiweiß

20g Dinkelmehl 630

10g Speisestärke

Belag:

ca. 60g halbierte geschälte Mandel (hier empfehle ich euch unbedingt, selbst zu schälen, da gekaufte, geschälte Mandeln zum einen sehr teuer, zum zweiten aber quasi nicht vernünftig halbiert werden können, da keine Restfeuchte mehr vorhanden ist. Selbstschälen -für die Backanfänger- funktioniert folgendermaßen: Mandeln mit Wasser in den Kochtopf geben und ein paar Minuten sprudelnd aufkochen lassen, anschließend in ein Sieb abschütten und mit kaltem Wasser abschrecken. Dann lässt sich die Schale ganz einfach “abflutschen”. Anschließend die Mandeln auf einem Handtuch trocknen lassen und dann mit einem kleinen Messer entlang der “Nahtstelle” vorsichtig halbieren.

Guss:

Nach dem Backen werden die Bethmännchen noch warm mit einem Guss aus Puderzucker und Rosenwasser bestrichen.

3 EL Rosenwasser (gibts günstig in türkischen oder arabischen Lebensmittelgeschäft en)

3 EL Puderzucker

Zubereitung:

Marzipan in Stücken, Puderzucker, Eiweiß, Stärke und Mehl miteinander verrühren.

Thermomix: 30 sec. / St. 4.5

Achtung: Teig ist sehr klebrig! Marzipan aus dem Topf am Besten direkt auf ein Stück Klarsichtfolie geben, dann 2-3 mal die Turbotaste bedienen um die Reste besser heraus zu bekommen.  Es kann auch hilfreich sein den Spatel etwas anzufeuchten.

Den Teig nochmal 1 Stunde in Klarsichtfolie gewickelt in den Kühlschrank stellen. Je kälter der Teig ist, desto weniger klebt er.

Bethmännchen formen:

Backofen auf ca. 160° Ober-/ Unterhitze vorheizen.

Mit Backpapier belegtes Backblech bereitstellen.

Es empfiehlt sich eine Schale mit Wasser an den Arbeitsplatz zu stellen um sich regelmäßig die Hände anzufeuchten.

Ca. 30 Kugeln formen. Hände immer wieder mit Wasser anfeuchten, wenn es zu klebrig wird (macht zarte Haut :-)) Die geformten Kugeln sollten ungefähr die Größe von Marzipankartoffeln haben.

Anschließend die drei Mandelhälften mit der Spitze nach oben andrücken (wie bei einem Tipi-Zelt, also pyramidenförmig)

Auf der 2. Schiene von unten ca. 15- 20 min backen.  Bitte haltet Sichtkontakt, jeder Ofen ist anders und es wäre schade wenn sie verbrennen. Lieber etwas geringere Temperatur, damit sie nicht aufreißen. Ihr kennt euren Ofen am Besten!

Auf dem Blech etwas abkühlen lassen in dieser Zeit den Rosenwasser-Guss vorbereiten. Ich mache das in einem kleinen Milchtopf auf dem Herd. Rosenwasser und Puderzucker sprudeln aufkochen lassen und die warmen Bethmännchen damit bestreichen.  Ich empfehle euch, das alles auf Backpapier zu machen. Es dauert eine Weile bis sie getrocknet sind und wenn ihr sie zu schnell auf einen Teller umsetzt kann es sein dass euch ansonsten der Boden abreißt.

Ich wünsche euch wie immer gutes Gelingen und freue mich auf eure Feedbacks!

Eure Lindenthalerin👩🏼‍🍳